Medizin für eine menschliche Identität

Alternative Sichtweise zu sog. transaffirmativen Behandlungen

Medizin ist eine Naturwissenschaft über den Menschen und schließt damit auch die Psyche, die Leib-Seele Einheit und deren Erkrankungen und Therapien mit ein. Als Ärzteforum für das Leben bekennen wir uns zu einer wissenschaftlichen evidenzbasierten Medizin. Dazu gehört auch, dass es immer wieder „Dead Ends“ gibt, d.h. Hypothesen und Forschungsrichtungen bis hin zu durchgeführten Therapien, bei denen sich herausstellt, dass sie die Erkrankung oder Störung nicht wirksam behandeln, sondern sogar schädlich sein können. Transaffirmative Behandlungen müssen nach allem, was wir bisher darüber wissen, offenbar zu diesen “Dead Ends” gerechnet werden.

Naturwissenschaftliche Fakten

Es entspricht einer gesunden menschlichen Natur, mit ihrem gegebenen Körper im Einklang zu leben und ihm weder psychische noch körperliche Gewalt anzutun. Wir werden als männlich (XY) oder weiblich (XX) geboren, oder als Menschen mit einer Störung auf genetischer, physiologischer und damit meist auch phänotypischer Entwicklung und Ausprägung. Dass diese körperlichen Gegebenheiten eine breite Variation der männlichen und weiblichen Persönlichkeit zulassen, entspricht der Plastizität der menschlichen Psyche und hat uns glücklicherweise zum Verlassen von althergebrachten Stereotypen gebracht (rosa/blau etc.). Auch in der psychosozialen Entwicklung können Störungen auftreten, die auch Teilbereiche der Psyche, wie die Identität, betreffen können.

Wir sehen heute die Konsequenzen einer Medizin, die diese Grundsätze verlassen hat und bei gestörter Beziehung zum eigenen naturgegebenen Körper das Symptom der Inkongruenz bestärkt, und eine psychotherapeutische – nicht nur hormonelle und chirurgische –  Therapie der zugrundeliegenden Identitätsstörung kategorisch ablehnt. Mastektomien an jungen Frauen werden als angeblich therapeutische geschlechtsangleichende Therapie “indiziert”, ohne jegliche Evidenz und Langzeituntersuchungen. Wir sehen sogenannte Detransitioner, die nach Jahren an diesen und anderen irreversiblen Maßnahmen nahezu verzweifeln. Wir sehen äußerlich zu Frauen gemachte Männer, die in Frauensportarten auf unfaire Weise Trophäen abräumen, oder in Frauengefängnissen zu Sexualstraftätern werden. Wir müssen uns von Aktivisten belehren lassen, dass Männer, die durch Hormonbehandlung eine weibliche Körperfettverteilung bekommen, die gleichen körperlichen Voraussetzungen hätten wie Frauen.

Trend der Diagnose Genderdysphorie

Gleichzeitig sehen wir einen massiven Anstieg von Genderdysphorie unter pubertären  jugendlichen Mädchen mit psychischen Gesundheitsproblemen 1Littman L (2018) Parent reports of adolescents and young adults perceived to show signs of a rapid onset of gender dysphoria. PLoS ONE 13(8): e0202330. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0202330, die häufig durch diesen in social-media unterstützten “Trend” glauben, dass sie an Genderdysphorie leiden, entsprechende Wege einschlagen, darin bestärkt und medizinisch unterstützt werden und Gefahr laufen, letztlich einen noch schlimmeren psychischen und körperlichen (und diesmal irreversiblen!) Schaden zu erleiden. Die oft angeführte Prävalenz der Genderdysphorie von 0,7-0,8% der Bevölkerung bildet nicht diesen rapiden Anstieg in der Altersgruppe der Jugendlichen ab und wird oft von Befürwortern transaffirmativer Behandlungen erwähnt, um Trendbefürchtungen als unbegründet und transphobisch hinzustellen 2Der Standard 04.07.2025, Johannes Wahala: „Die Diskussion zu Transjugendlichen ist haarsträubend“: https://www.derstandard.at/story/3000000277842/johannes-wahala-die-diskussion-zu-transjugendlichen-ist-haarstraeubend zuletzt aufgerufen am 18.03.2026.

Dass es diesen Trend jedoch gibt, kann vielfach belegt werden, so z.B. in einer Untersuchung des Nationalen Gesundheits- und Wohlfahrtsamtes “Socialstyrelsen” in Schweden, die ergab, dass es unter den 13- bis 17-jährigen Mädchen zwischen 2008 und 2018 einen Anstieg der Diagnose “Genderdysphorie” um 1500% gab 3Socialstyrelsen. (2020). The evolution of the diagnosis of gender dysphoria: Prevalence, co-occurring psychiatric diagnoses and mortality from suicide.Available from https://www.transgendertrend.com/wp-content/uploads/2020/11/English-NBHW-report-002.pdf zuletzt aufgerufen am 18.03.2026.

Gefährdung für Kinder- und Jugendliche

Als Ärzte und insbesondere Familienmediziner ist uns die Gesundheit unserer Kinder und Jugendlichen ein besonderes Anliegen. Wir sind in engem Kontakt mit Eltern von transaffirmativ behandelten Jugendlichen, die die ersten leidtragenden dieses Hypes sind. Viele Jugendliche unserer Zeit sind Opfer einer Relativierung von identitätsstiftenden Faktoren, deren Medikalisierung und willkürlicher Manipulation. Was vorher noch zu vermeidende Stereotypen waren, sind auf einmal zu erzielende Merkmale von transidenten Jugendlichen. Dieses Verhalten sehen wir aus kinder- und jugendschutzrechtlichen Gesichtspunkten als Gefährdung für die psychosoziale Entwicklung und als Ärzte wollen wir daran nicht mitwirken. Ein Blick in die psychiatrischen Gefälligkeitsgutachten dieser Patienten, die uns in der hausärztlichen Praxis begegnen, ist uns schon genug, um die Verabreichung gegengeschlechtlicher Hormone in Frage zu stellen. Auch der “Fall Walter wird Waltraud” 4Die Presse 16.02.2026, “Pension zurückzahlen oder nicht: Was passiert, wenn eine Frau wieder zum Mann wird?” https://www.diepresse.com/20592887/pension-zurueckzahlen-oder-nicht-was-passiert-wenn-eine-frau-wieder-zum und Die Presse, 06.10.2025 “„Fall Waltraud“: Ermittlungen wegen Sozialleistungsbetrugsnach Wechsel des Geschlechtseintrags”: https://www.diepresse.com/20176301/fall-waltraud-ermittlungen-wegen-sozialbetrugs-nach-wechsel-des zuletzt aufgerufen am 18.03.2026  hat diese Art von Gutachten ad absurdum gestellt. Ein Mann erklärt mit fachärztlich attestierter Transidentität einfach, er sei eine Frau, um früher in Pension gehen zu können. Wir sind uns bewusst, dass es in extrem seltenen Fällen eine Störung der Geschlechtsidentität geben kann, die allein mit psychotherapeutischer Therapie schwer behandelbar ist. Das rechtfertigt jedoch nicht die ideologische Instrumentalisierung dieser Störung, um damit eine Vorstellung von Körper und Psyche zu erzwingen, die der menschlichen Natur widerspricht und den Menschen durch willkürliche Machbarkeit in einer Art Rebellion von seinem eigenen Körper befreien will. Eine Freiheit, die auch mit der Manipulation des Körpers, also mit Gewalt erreicht werden soll.

Etwas als krank oder Störung zu bezeichnen bedeutet keine Diskriminierung der Betroffenen. Ebenso besteht für Kranke stets die Möglichkeit, von Ihrer Freiheit Gebrauch zu machen und sich einer empfohlenen Therapie zu verweigern. Medizin ist daher stets ein Angebot, jedoch kein ideologisches, sondern ein naturwissenschaftliches und als solches muss es auch mit den geltenden Methoden begründet werden können.

Deutsche Sk2 Leitlinie zu transaffirmativen Behandlungen

Ausgehend von diesen Zusammenhängen in der Medizin halten wir eine Pubertätsblockade oder mutilierende, sog. geschlechtsangeleichende Operationen nicht für therapeutisch, sondern sehen sie als Körperverletzung ohne medizinisch evidenz-basierte Begründbarkeit. Diese ist aus den bisherigen Erkenntnissen auf dem Gebiet der Genderdysphorie nicht gegeben und wir werden hier auf Publikationen verweisen, die die vorhandenen Studien nach den geltenden wissenschaftlichen Qualitätskriterien analysieren und einordnen. Anhand dieser Analysen sehen wir die Sk2 Leitlinie “Geschlechtsinkongruenz und Geschlechtsdysphorie im Kindes- und Jugendalter – Diagnostik und Behandlung” 5S2k-Leitlinie Geschlechtsinkongruenz und Geschlechtsdysphorie im Kindes- und Jugendalter – Diagnostik und Behandlung. https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/028-014 aus dem Jahr 2025 als Armutszeugnis der unterzeichnenden medizinischen Gesellschaften und Abkehr von einer evidenz-basierten hin zu einer von der Gender-Ideologie voreingenommenen eminenz-basierten Medizin.

Ideologie oder Wissenschaft

In der Öffentlichkeit wird jede Kritik an einer Medizin, die sich allein dem Willen des Patienten verfügbar macht, schnell als bevormundend, intolerant, transphobisch und ideologisch behaftet verurteilt. Schreien und Missachten waren jedoch noch nie Argumente, heute müsste man das auf Bashing oder Cancelling erweitern. Es hat jedoch Ausmaße angenommen, die einen normalen wissenschaftlichen Diskurs vonseiten der Befürworter geschlechtsangleichender Maßnahmen gar nicht mehr zulassen. So geschehen auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie 2025 6Korte, A. 2025: https://www.youtube.com/watch?v=7njgOOYa1eA, zuletzt aufgerufen am 18.03.2026.

Neben der mangelhaften wissenschaftlichen Nachvollziehbarkeit sind wir der Meinung, dass die transaffirmative Behandlung zusammen mit anderen, die menschliche Natur manipulierenden, “medizinischen” Behandlungen wie der In Vitro Fertilisation (IVF) und der In Vitro Gametogenese (IVG) selbst einer Ideologie folgen, die nicht auf den Schutz und die Heilung des Körpers, sondern letztlich auf Macht über die menschliche Natur und ihre Nutzbarmachung, ihre Medikalisierung und Industrialisierung abzielen, unter dem Vorwand, die menschliche Evolution voranzutreiben, weil alle Tätigkeiten des Menschen zur Evolution seiner Natur gehören würden. Eine Ideologie, die gemeinhin auch als Transhumanismus bekannt ist. Für diese Tatsache haben wir ebenso entsprechende Quellen in diesem Artikel zusammengefasst.

Wir sehen es als unsere Pflicht, auf die Notwendigkeit von niederschwelligen Angeboten für durch transaffirmative Behandlungen geschädigte Menschen hinzuweisen und appelieren an alle in diese Behandlungen involvierten Mediziner, sich an einer wissenschaftlichen Debatte zu beteiligen. In Österreich gibt es noch keine Detransitionseinrichtungen, wie sie aktuell (Stand März 2026) bereits in anderen Ländern entstehen 7NHS, Großbrittannien: https://www.england.nhs.uk/long-read/call-for-evidence-a-clinical-pathway-for-adults-who-have-previously-undergone-a-gender-transition-and-who-wish-to-detransition/ zuletzt aufgerufen am 18.03.2026. Daher können wir vorerst nur auf entsprechende Selbsthilfegruppen verweisen, wie der Elterninitiative ROGD Österreich.

Die Kinder- und Jugendpsychiatrie hat in den letzten zwei Jahrzehnten eine starke Beeinflussung durch eine Ideologie mit einer Vorstellung von menschlicher Identität erfahren, der wir als Mitglieder des Ärzteforums für das Leben nicht zustimmen können. Für genauere Definitionen zum Thema Identität verweisen wir hier aus Platzgründen auf die Erklärung von 14 deutschen Professoren für Kinder- und Jugendpsychiatrie 8Zepf FD et al (2025), link: https://www.zi-mannheim.de/fileadmin/user_upload/downloads/forschung/KJP_downloads/Gemeinsame_Kommentierung_Leitlinienentwurf_S2k-240521.pdf zuletzt aufgerufen am 02.02.2026 und das Buch “Hinter dem Regenbogen” des Kinder- und Jugendpsychiaters Dr. Alexander Korte 9Korte A, 2024, Hinter dem Regenbogen, Kohlhammer Sachbuch. Dass es in der Kinder- und Jugendpsychiatrie einen heftigen Diskurs über die oben erwähnte Sk2 Leitline gibt und gab, geht in der Öffentlichkeit unter und wird in der Pädiatrie ignoriert, wo aus der Leitlinie bereits CME Fortbildungen gemacht werden 10Richter-Unruh A et al. (2025) MonatsschrKinderheilkd 173: 1040–1052 https://doi.org/10.1007/s00112-025-02289-4.

Bemerkenswert und horizonterweiternd ist dabei auch die Betrachtungsweise anderer Disziplinen, wie die der juristischen. Kimberley Tietz, wiss MA am Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht und Medizinrecht der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, hat in ihrer Analyse die wissenschaftliche Ungenauigkeit und Widersprüchlichkeit der Leitlinie sehr gut herausgearbeitet 11Tietz K (2026) Moderner Standard oder alte Probleme? Kommentierung der S2k-Leitlinie „Geschlechtsinkongruenz und Geschlechtsdysphorie im Kindes- und Jugendalter – Diagnostik und Behandlung“ MedR 44: 26–34 https://doi.org/10.1007/s00350-025-7223-3.

Mit Ideologie ist hier die sog. Gender Ideologie gemeint, deren medizinische Ausprägung die Gender Affirming Care ist, zu Deutsch “transaffirmative Behandlung”. Nicht zu verwechseln mit einer Gender-Medizin, bei der es um eine klare biologische Unterscheidung der männlichen und weiblichen Physiologie und Anatomie in Bezug auf Krankheitsbilder und deren Behandlung geht. Geradezu paradox zu dieser biologischen Herangehensweise an die menschliche Natur mutet dagegen eine angeblich geschlechtsangleichende oder gegengeschlechtliche medikamentöse oder chirurgische Behandlung an, wo diese biologischen Unterschiede dann auf einmal negiert werden, weil sie nicht sein dürfen.

Unter dem Vorwand, Toleranz gegenüber jenen Menschen üben zu wollen, die sich nicht mit ihrem männlichen oder weiblichen biologischen Geschlecht identifizieren können, wird die Biologie verfälscht, die nur zwei Geschlechter kennt, und werden tatsächliche Pathologien der Geschlechtsdifferenzierung (Hermaphroditismus) ignoriert oder sogar für eigene Interessen missbraucht und umdefiniert.

Hinzu kommt eine Manipulation unserer medizinischen Terminologie durch Vertreter der Gender Affirming Care, die wir nicht akzeptieren können 12O’Connell C (2025), Is “Gender-Affirming Medical Care” Any of These? Defining Affirmation, Medicine, and Care in Context, Voices in Bioethics Vol.11, 113-122 https://doi.org/10.52214/vib.v11i.14187. So wurde z.B. aus den selten vorkommenden wirklichen Geschlechtsidentitätsstörungen eine öffentlich wahrnehmbare Epidemie der Geschlechtsdysphorien, gefördert von Social Media Beeinflussung und starken wirtschaftlichen Interessen von Konzernen der Biotechnologie. Aus dem Symptom wurde eine Pathologie gemacht, so dass die zugrundeliegende Störung ignoriert und für die eigenen Zwecke missbraucht wird. Der Transhumanismus als treibende Kraft hinter den Bestrebungen, den Menschen ihre eigene Natur mit Gewalt Untertan zu machen und zu ihren Zwecken manipulieren zu können, kann dahinter als eine treibende Kraft gesehen werden. Nachzulesen bei den Recherchen der Investigativ-Journalistin Jennifer Bilek 13Bilek J (2024), Transsexual, Transgender, Transhuman. Spinifex Press.

Eine so etablierte und von wirtschaftlichen Interessen gesteuerte geschlechtsangleichende Medizin hat einen falschen Weg eingeschlagen in der guten Absicht, den von der künstlich neu definierten Geschlechtsdysphorie betroffenen, meist jugendlichen Menschen zu helfen.

Fehlende wissenschaftliche Evidenz für transaffirmative Behandlungen

Wir können hier aus Platzgründen keinen ausführlichen Review über die vorhandenen Studien zu geschlechtsangleichenden Maßnahmen durchführen. Es reicht allein schon der Verweis auf die vielen bereits vorhandenen Kritiken der SOC-8 (Standard of Care No.8) der World Professional Association of Transgender health (WPATH), der maßgeblichen Grundlage für die erwähnte S2k Leitlinie. Artikel von Jennifer Block im British Medical Journal aus den Jahren 2022 und 2024 geben einen sehr guten Überblick über die erstaunliche Entwicklung dieser Sparte in der Medizin, die mehr der Entwicklung einer Lobbygruppe oder Partei gleicht, als die einer medizinischen Schule 14Block J, (2023) Gender dysphoria in young people is rising—and so is professional disagreement. BMJ;380:p382 http://dx.doi.org/10.1136/bmj.p382, 15Block J, (2024) Dispute arises over World Professional Association for Transgender Health’s involvement in WHO’s trans health guideline. BMJ;387:q2227 http://dx.doi.org/10.1136/bmj.q2227. Das wird noch erschreckender, sieht man sich die Biografie der Gründungsfigur dieser Bewegung an: John Money, ein australischer Psychologe und Sexologe, der unter anderem für seine experimentelle Erforschung der Geschlechtsidentität sogar Kinder sexuell missbrauchte 16Colapinto J, (2000), As Nature made him, The boy who was raised as a girl, Harper Perennial.

Ein kürzlicher Artikel in den Archives of Sexual Behavior veranschaulicht auf frappierende Weise, wie bei einer internationalen Prüfung die SOC-8 Leitlinie der WPATH den geltenden Kriterien einer Leitlinienerstellung nur ungenügend standhält. Ein Komitee aus Experten für die Behandlung transidenter Patienten nimmt die Leitlinie regelrecht auseinander 17Zhang Y et al. (2026) Arch Sex Behav. Feb 19. doi: 10.1007/s10508-025-03399-6. Online ahead of print..

Professor Zepf, Kinder- und Jugendpsychiater an der Friedrich Schiller Universitätsklinik Jena hat ebenfalls viele Beiträge darüber publiziert, dass transaffirmative Behandlungen die Genderdystrophie und die psychische Gesundheit im Allgemeinen nicht verbessern 18Zepf FD et al.(2024), Beyond NICE: Aktualisierte systematische Übersicht zur Evidenzlage der Pubertätsblockade und Hormongabe bei Minderjährigen mit Geschlechtsdysphorie. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, 52 (3), 167–187 https://doi.org/10.1024/1422-4917/a000972 .

Die nicht vorhandene Evidenz für transaffirmative Behandlungen hat in Großbritannien im Frühjahr 2026 zu einem Gesetz geführt, dass Kliniken verpflichtet, ca. 9000 Patienten, die als Kinder transaffirmativ behandelt wurden, nachzuverfolgen – Daten, die bisher gänzlich fehlen und das, obwohl es bereits Leitlinien für deren Behandlung gibt 19https://www.newstatesman.com/politics/uk-politics/2026/02/new-law-will-allow-for-study-to-see-what-happened-to-children-who-received-gender-care zuletzt aufgerufen am 18.03.2026.

In Finnland werden Gesundheitsdaten der Bevölkerung in einem nationalen Gesundheitsregister dokumentiert. Zusätzlich finden in den finnischen Schulen regelmäßige Screenings zu psychischen Störungen statt. Finnische Psychiater haben damit ideale Voraussetzungen, um Kontrollgruppen für Kontrollgruppen zu psychischer Gesundheit von Jugendlichen zu bilden. In einer in der Acta Paediatrica 2026 publizierten Studie kommen sie zu dem Schluß, dass eine im Jugendalter begonnene medizinische Transition nicht zur Verbesserung der psychischen Gesundheit führt. Abgesehen davon hatten Jugendliche mit Genderdysphorie massive psychiatrische Erkrankungen und der Bedarf an psychiatrischer Betreuung nach transaffirmativer Behandlung nahm eher zu als ab 20Ruuska S-M et al. (2026) Acta Paediatrica; 0:1–9 https://doi.org/10.1111/apa.70533.

Neben methodologischen Fehlern im Design und den daraus folgenden nicht gerechtfertigten Interpretationen der Daten, schon bei den vielzitierten  Referenzstudien in den Niederlanden zur Pubertätsblockade (“Dutch Studies), wurden in den letzten Jahren zunehmend auch vertuschte Interessenkonflikte der Studienautoren und des WPATH Vorstands aufgedeckt, ebenso wie gezielte Selektion von Studien, damit sich in den USA die Krankenversicherer auf die SOC-8 zur Kostenerstattung der rapide wachsenden Patientengruppe berufen konnten. Auch hier kommen uns in der wissenschaftlichen Genauigkeit wieder die Juristen zur Hilfe. Deren Recherchen und Analysen bei einem Gerichtsverfahren im US-Bundesstaat Alabama aufgrund einer Klage der GLAAD (Gay and Lesbian Alliance Against Defamation) gegen das dortige Verbotsgesetz von transaffirmativen Behandlungen, brachten 2022 diese Details zum Vorschein 21Anhörung der US-Verbraucherschutzorganisation FTC, Federal Trade Commission am  09.07.2025: https://www.ftc.gov/media/dangers-gender-affirming-care-minors zuletzt aufgerufen am 18.03.2026. Auch in den “WPATH files” sind diese Zusammenhänge aufgearbeitet worden 22Hughes M, 2024: https://www.reginfo.gov/public/do/eoDownloadDocument?pubId=&eodoc=true&documentID=375843 zuletzt aufgerufen am 18.03.2026.

Die zunehmende Zahl von Klagen einst jugendlicher, jetzt erwachsener Patienten, an denen eine transaffirmative Behandlungen durchgeführt wurde, bauen auf diesen Erkenntnissen auf, zusätzlich zu der fraglichen Vollständigkeit der Einverständniserklärungen, die von Minderjährigen und deren Eltern für diese Behandlungen eingeholt wurden. Zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Artikels ging bereits der Fall von Fox Varian durch die Medien 23New York Times 03.02.2026 “Woman Wins Malpractice Suit Over Gender Surgery as a Minor” von Andrew Jacobs https://www.nytimes.com/2026/02/03/health/gender-surgery-malpractice-varian.html zuletzt aufgerufen am 18.03.2026.

Auch medizinische Fachgesellschaften der USA haben entsprechend der Erkenntnisse über die zweifelhaften Standards der WPATH ihre früheren Statements zur transaffirmativen Behandlung bereits revidiert. Den Anfang machte am 3. Februar 2026 die American Society of Plastic Surgeons (ASPS) die sich in einem Positionspapier gezielt gegen geschlechtsangleichende Operationen bei unter 19 jährigen aussprach. Die American Medical Association (AMA) zog gleich am 4. Februar 2026 nach und auch der Druck auf die American Pediatric Association wächst, ihre Unterstützung transaffirmativer Behandlungen zu revidieren, wie die New York Times berichtet 24New York Times 24.02.2026 “Medical Associations Trusted Belief Over Science on Youth Gender Care” von Jesse Singal https://www.nytimes.com/2026/02/24/opinion/medical-associations-youth-gender-care.html zuletzt aufgerufen am 18.03.2026. Der Autor Jesse Singal ist wohlgemerkt ein erbitterter Trumpgegner und zutiefst überzeugter Demokrat.

Nebenwirkungen der transaffirmativen Behandlungen

Während die gewünschte Wirkung von transaffirmativen Behandlungen nicht erwiesen ist, sind die nicht erwünschten, also die Nebenwirkungen selbstverständlich bekannt. Fakten, die eigentlich jeder Medizinstudent nach dem vierten Semester schon erklären können müsste, denn es handelt sich um Grundsätze der Anatomie und Physiologie der Geschlechtsorgane und Geschlechtshormone. Dennoch braucht es heute dafür anscheinend entsprechende Studien. Randbemerkung: Auswirkungen von Testosteronbehandlungen an Frauen sind schon lange bekannt durch die Erfahrungen in der Sportmedizin mit Doping (z.B. Turinabol). Plakativ könnte man formulieren: Wofür ehemalige DDR Funktionäre früher gerichtlich verurteilt wurden 25Richter EA (2000) Deutsches Ärzteblatt Jg. 97,Heft 30, 28. Juli 2000, dafür werden heute zertifizierte Fortbildungen gemacht 10Richter-Unruh A et al. (2025) MonatsschrKinderheilkd 173: 1040–1052 https://doi.org/10.1007/s00112-025-02289-4.

Die folgenden Fakten sind aus dem Bericht des Ministeriums für Gesundheitspflege und Soziale Dienste der Vereinigten Staaten von Amerika (HHS) vom 19.11.2025, wo auch die entsprechenden Literaturverweise zu finden sind, die auch in den einschlägigen Lehrbüchern der Anatomie und Physiologie nachzulesen sind 26Bericht des Ministeriums für Gesundheitspflege und Soziale Dienste der Vereinigten Staaten von Amerika (HHS) vom 19.11.2025 https://opa.hhs.gov/sites/default/files/2025-11/gender-dysphoria-report.pdf zuletzt aufgerufen am 18.03.2026.

„Transmänner“ sind spätestens nach ein bis zwei Jahren Hormonbehandlung äußerlich nicht mehr als biologische Frauen zu erkennen. Optisch durch den Bartwuchs, aber auch akustisch durch die männliche Stimme. Diese beiden Veränderungen sind, wie auch das Wachstum der Klitoris, irreversibel und werden auch nach dem Absetzen der Testosteronzufuhr bestehen bleiben. Die (je nach familiärer Veranlagung) nach einiger Zeit eintretende Glatzenbildung schreitet so lange voran, wie Testosteron eingenommen wird und bleibt auch nach dessen Absetzen bestehen. Generell besteht das Risiko, dass Patientinnen, die als Heranwachsende behandelt werden, die irreversiblen körperlichen Veränderungen (z. B. körperliche Merkmale wie Stimmbruch oder Haarwuchs) oder die irreversiblen physiologischen Auswirkungen (u.a. Infertilität) Jahre später bedauern. Immer häufiger kommt es zur Detransition, einem komplexen psychologisch grenzwertigen Prozess, bei dem oft erst etliche Jahre später die Transidentifikation wieder verworfen wird, jedoch mit den irreversiblen Körperschäden und -veränderungen gelebt werden muss. Inzwischen wurden in mehreren Ländern Detransitionskliniken gebaut oder sind in Planung, um den komplexen Bedürfnissen der Betroffenen gerecht zu werden 7NHS, Großbrittannien: https://www.england.nhs.uk/long-read/call-for-evidence-a-clinical-pathway-for-adults-who-have-previously-undergone-a-gender-transition-and-who-wish-to-detransition/ zuletzt aufgerufen am 18.03.2026.

In diesem Zusammenhang sei auf die iatrogene Schadensspirale hingewiesen, in der eine Abkehr vom eingeschlagenen Weg immer schwerer möglich ist (pfadabhängige Zwangsmaßnahmen). So folgen immer schwerwiegendere und irreversiblere Schritte, welche die individuellen (Rückkehr-)Möglichkeiten immer weiter einschränken. Mit der schrittweisen Zerstörung der körperlichen Integrität im äußeren Auftreten, des gesunden biologischen Körpers und Hormonsystems, später der Fortpflanzungsfähigkeit, der sexuellen Empfindungsfähigkeit, wird ein Weg gebahnt, an dem keine Re-Evaluation, Neubewertung oder Rückkehr mehr möglich ist. Die Verwendung von Testosteron verursacht histopathologische Veränderungen im weiblichen Fortpflanzungstrakt. Angesichts des potenziellen – wenn auch nicht genau definierten – Risikos für Krebserkrankungen wird stellenweise eine laparoskopische Totalhysterektomie als Teil einer „geschlechtsangleichenden“ Operation zur Vorbeugung von Krebserkrankungen des Fortpflanzungstraktes empfohlen.

Testosteron kann zu einer Atrophie der Fortpflanzungsorgane führen, einschließlich einer Verdünnung und Atrophie des Vaginalepithels, anhaltenden Unterleibsschmerzen und Beschwerden sowie einer Funktionsstörung des Beckenbodens und Inkontinenz. Testosteron kann direkt oder auch indirekt – in dem es eine spätere Hysterektomie zur Folge hat – die Fruchtbarkeit junger Frauen zerstören.

Mehrere Studien und Übersichtsarbeiten haben ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkte und Schlaganfälle bei Frauen festgestellt, die Testosteron einnehmen. Bei Frauen kann Testosteron zu erhöhtem Blutdruck, Polyzythämie und atherogene Veränderungen des Lipidprofils und einen Anstieg des BMI führen. In Bezug auf Polyzythämie ist bekannt, dass erhöhte Hämatokritwerte die Blutviskosität erhöhen und damit das Risiko für thromboembolische und kardiovaskuläre Komplikationen steigern . Bei Frauen wurden bereits geringfügige Erhöhungen des Hämatokritwerts mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, koronare Ereignisse und Herzkreislauf-bedingte Mortalität in Verbindung gebracht. Die von der amerikanischen Arzneimittelbehörde (FDA) vorgeschriebene Kennzeichnung warnt vor Missbrauchspotenzial und weist darauf hin: „Testosteron wurde missbraucht, in der Regel in höheren Dosen als für die zugelassene Indikation empfohlen. Der Missbrauch von anabolen androgenen Steroiden kann zu schwerwiegenden kardiovaskulären und psychiatrischen Nebenwirkungen führen.“ Zu den gemeldeten psychischen Schäden gehörten Angstzustände, Depressionen, Stimmungsschwankungen, Suizidgedanken und suizidales Verhalten, Aggressivität, Dissoziation und Selbstverletzung. Auch extremere Symptome wie antisoziales Verhalten und Mordgedanken wurden dokumentiert.

Soweit die erneut ins medizinische Bewusstsein geholten Nebenwirkungen der besagten transaffirmativen Behandlungen.

Auch hierzulande gibt es viele Kliniken und Ärzte, die an jugendlichen Mädchen bei Genderdysphorie Mastektomien durchführen. Im Jahr 2023 waren das 48 Mastektomien bei Teenagern (39 subkutane und 9 totale), zusätzlich eine subkutane Mastektomie sogar in der Altersgruppe 10-14 Jahre 27Statistik, AUSTRIA, 2025. In Österreich haben sich lt. Statistik Austria in den letzten 10 Jahren ca. 300 junge Frauen unter 25 Jahren einer Hysterektomie im Rahmen von geschlechtsangleichenden Behandlungen unterzogen.

Ganz abgesehen von diesen erschreckenden Zahlen gibt es für diese in Bezug auf die Genderdysphorie experimentellen plastisch-chirurgischen Maßnahmen ja keine medizinische Evidenz der Wirksamkeit. Wie oben erwähnt, hat sich die amerikanische Gesellschaft für Plastische Chirurgie ASPS deswegen im Februar 2026 von diesen Operationen schon distanziert.  Diese “Therapien” sind daher Körperverletzungen und Gewalt an einem gesunden Menschen.

Bemerkenswert sind in Österreich die “Courage” Beratungsstellen des Psychotherapeuten Johannes Wahala, deren bundesweite Verbreitung durch eine massive finanzielle Unterstützung des Bundes auf Grundlage des Familienberatungsförderungsgesetzes ermöglicht wurde. Auf deren Internetseite findet man weder fundierte wissenschaftliche Quellen, noch Forschungsansätze oder genaue Analysen, Langzeituntersuchungen oder ein Register der dort begleiteten Patienten. Obwohl er es öffentlich bestreitet 2Der Standard 04.07.2025, Johannes Wahala: „Die Diskussion zu Transjugendlichen ist haarsträubend“: https://www.derstandard.at/story/3000000277842/johannes-wahala-die-diskussion-zu-transjugendlichen-ist-haarstraeubend zuletzt aufgerufen am 18.03.2026, zeigen seine eigenen Beratungsstatistiken, dass der Anteil der 15-19 jährigen in sieben Jahren von 16 auf 30% gestiegen ist 28Courage Tätigkeitsbericht 2023 https://www.courage-beratung.at/wp-content/uploads/2024/12/COURAGE_Ta╠etigkeitsbericht-2023_WIEN_LINZ_KLAGENFURT_STPOELTEN.pdf zuletzt aufgerufen am 18.03.2026.

Körperliche Veränderung aufgrund eines Gefühls herzustellen, kann leicht medikalisiert und dadurch zum Instrument der Interessen von Pharma- und Biotechnologiekonzernen benutzt werden, wie das anhand der transaffirmativen Behandlungen gezeigt werden kann 13Bilek J (2024), Transsexual, Transgender, Transhuman. Spinifex Press: Eine ganze Industrie widmet sich der Manipulation und Kontrolle von vor allem weiblicher Biologie (IVF und IVG) und dem Aufrechterhalten von gegengeschlechtlichen Zuständen. Da hier massive finanzielle Interessen im Spiel sind, wundert es nicht, dass die üblichen evidenz-basierten Methoden bei der transaffirmativen Behandlung fehlen oder mangelhaft sind 17Zhang Y et al. (2026) Arch Sex Behav. Feb 19. doi: 10.1007/s10508-025-03399-6. Online ahead of print. Denn nicht objektive Testverfahren, Untersuchungen und Befunde werden erhoben, sondern allein die subjektiv erlebte Inkongruenz und damit verbundene Dysphorie, also Unzufriedenheit mit dem eigenen Geschlecht zum Anlass für Bestärkung und Bestätigung genommen. Der Körper wird quasi als Rohmaterial für den eigenen Geist gesehen, überspitzt könnte man sagen, der Körper wird versklavt. Diesen willkürlichen manipulativen Transhumanismus lehnen wir als Grundlage der Medizin ab. Die Absurdität von psychiatrischen “Gefälligkeitsgutachten” hat in Österreich der publik gewordene “Fall Waltraud” gezeigt: 29Die Presse 06.10.2025 „Fall Waltraud“: Ermittlungen wegen Sozialleistungsbetrugsnach Wechsel des Geschlechtseintrags https://www.diepresse.com/20176301/fall-waltraud-ermittlungen-wegen-sozialbetrugs-nach-wechsel-des  zuletzt aufgerufen am 07.04.2026.

Quellen / Literatur